Bipolare Störungen: Diagnose nach ICD-10
Die Internationale Klassifikation der Krankheiten (International Classification of Diseases - ICD-10) unterscheidet bei der Diagnose der manischen und bipolaren Störungen in die Hypomanie (ICD-10 F30.0), Manie (ICD-10 F30.1 bzw. F30.2) sowie die bipolare affektive Störung (ICD-10 F31). Als Differentialdiagnose kommt unter anderem die Zyklothymia (ICD-10 F34.0) in Betracht.
Hypomanie (ICD-10 F30.0)
Die ICD-10 definiert als Hypomanie (ICD-10 F30.0) Erkrankungen, die durch eine anhaltend leicht gehobene Stimmung, gesteigerten Antrieb und Aktivität und in der Regel auch ein auffallendes Gefühl von Wohlbefinden und körperlicher und seelischer Leistungsfähigkeit charakterisiert sind. Häufig besteht bei den Betroffenen zusätzlich eine gesteigerte Geselligkeit, Gesprächigkeit, übermäßige Vertraulichkeit, gesteigerte Libido und ein vermindertes Schlafbedürfnis, jedoch nicht in dem Ausmaß, dass sie zu einem Abbruch der Berufstätigkeit oder zu sozialer Ablehnung führen. An Stelle der euphorischen Geselligkeit können auch Reizbarkeit, Selbstüberschätzung und flegelhaftes Verhalten auftreten. Die Störungen der Stimmung und des Verhaltens werden bei der Hypomanie nicht von Halluzinationen oder Wahn begleitet.
Manie (ICD-10 F30.1 bzw. F30.2)
Die ICD-10 unterscheidet in die Manie ohne psychotische Symptome (ICD-10 F30.1) und die Manie mit psychotischen Symptomen (ICD-10 F30.2). In einer Manie ist die Stimmung der Betroffenen situationsinadäquat gehoben und kann zwischen sorgloser Heiterkeit und fast unkontrollierbarer Erregung schwanken. Die gehobene Stimmung ist mit einem vermehrtem Antrieb verbunden, dies führt zu Überaktivität, Rededrang und vermindertem Schlafbedürfnis. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, ihre Aufmerksamkeit aufrecht zu halten und sind leicht ablenkbar. Die Selbsteinschätzung ist mit Größenideen oder übertriebenem Optimismus häufig weit überhöht. Der Verlust normaler sozialer Hemmungen kann zu einem leichtsinnigen, rücksichtslosen oder in Bezug auf die Umstände unpassenden und persönlichkeitsfremden Verhalten führen. Es kann zusätzlich zum Auftreten von psychotischen Symptomen mit Wahn (zumeist Größenwahn) oder Halluzinationen (zumeist Stimmen, die unmittelbar zum Betroffenen sprechen) kommen. Die Erregung, die ausgeprägte körperliche Aktivität und die Ideenflucht können so extrem sein, dass die Betroffenen für eine normale Kommunikation unzugänglich werden.
Bipolare affektive Störung (ICD-10 F31)
Die ICD-10 definiert die bipolare affektive Störung (ICD-10 F31) ist eine Erkrankung, bei der die Stimmung und das Aktivitätsniveau der Betroffenen deutlich gestört sind. Es kommt zu einem Wechsel von Phasen mit gehobener Stimmung, vermehrtem Antrieb und Aktivität (Hypomanie oder Manie) und Phasen mit Stimmungssenkung und vermindertem Antrieb und Aktivität (Depression). Zur Diagnose einer bipolaren affektiven Störung müssen mindestens zwei solcher Episoden aufgetreten sein.
© Dr. Elze - PsychNet, Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.de
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