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Burnout-Syndrom: Einleitung

Sehr viele Faktoren, wie zum Beispiel eine andauernde Überlastung im Beruf, hoher Druck durch Vorgesetzte oder Kollegen, Mobbing, unerreichbare idealistische Ziele oder ungenügende Ressourcen, können zum Auftreten eines Burnout bzw. eines Burnout-Syndroms führen.
 

Die drei Dimensionen des Burnout-Syndroms

Obwohl sehr viele Menschen in der ärztlichen Praxis berichten, dass sie unter einem “Burnout” leiden, und die Krankheitsausfälle durch die Diagnose “Burnout-Syndrom” einen erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden verursachen können, bestehen in der medizinischen und psychologischen Forschung bisher noch sehr vielen Unsicherheiten bezüglich der Diagnose des Burnouts und der dahinter stehenden Krankheitskonzepte. So liegt zum Beispiel trotz aller bisherigen Forschung noch nicht einmal eine valide Definition des Begriffes Burnout bzw. des Burnout-Syndroms vor.

Trotz dieser Unklarheiten kann wohl als gesichert angenommen werden, dass es verschiedene Dimensionen des Burnouts gibt. Christina Maslach et al. prägten für diese unterschiedlichen Ebenen die Begriffe

  • Emotional exhaustion (zumeist als „emotionale Erschöpfung“ übersetzt),
  • Depersonalization („Depersonalisation“ oder besser: „Unpersönlich sein“) und
  • Personal accomplishment (Persönliche Zielrealisierung bzw. Zielerreichung)

(vgl. Maslach 1996; weitere Informationen finden Sie im Kapitel Maslach Burnout Inventory).

Unter emotionaler Erschöpfung versteht man dabei das Selbsterleben der Betroffenen als verausgabt und erschöpft durch ihre Arbeit.

Depersonalisation / Unpersönlich sein beschreibt einen unemotionalen und unpersönlichen Umgang der Betroffenen mit den Empfängern ihrer Arbeitsleistung,  also z.B. den betreuten Patienten. Viele Betroffene bedauern dabei, dass sie sich nicht mehr so gut auf ihre Klienten einstellen können, dass sie sich gegen deren Bedürfnisse emotional “abschotten” müssen, und dass sie keine Energie mehr für die Probleme ihrer Klienten haben.

Viele Betroffene kennen auch einen im Lauf des Burnouts zunehmenden Zynismus, der ihnen eigentlich widerstrebt, den sie aber trotzdem einsetzen müssen, um ihre hohe Anspannung wenigstens etwas zu stabilisieren. Dies führt bei vielen Betroffenen mittelfristig zu zunehmender Selbstkritik und Selbstabwertung, da der Zynismus ihren eigentlichen Idealen widerspricht.

Unter Personal accomplishment versteht man das Ausmaß, in dem die Betroffenen ihre eigene Leistung effektiv bei der Arbeit einsetzen können, und wie sie ihre beruflichen und persönlichen Ziele erreichen können. Faktoren wie unzureichende Unterstützung, ständig wechselnde Zielvorgaben durch die Administration, ungenügende Ressourcen wie zu geringe Mitarbeiterzahl etc. können dazu führen, dass sich die Betroffenen als “ausgeliefert” und “hilflfos” fühlen, (“Meine ganze Anstrengung nützt überhaupt nichts... Ich habe schon alles versucht, aber ich kann am meinem Arbeitsplatz nichts verändern...”).
 

Burnout-Syndrom: Innere und Äußere Faktoren

Als gesichert gilt darüber hinaus, dass das Aufeinandertreffen von bestimmten Äußeren Faktoren, wie z.B. Überlastung oder geringer Unterstützung, und bestimmten Inneren Faktoren, wie z.B. hohen, sehr idealistischen Erwartungen an sich selbst, ein Risiko für das Auftreten eines Burnouts darstellen kann.

Äußere Faktoren, die an der Entstehung eines Burnout-Syndroms beteiligt sein können, sind z.B.:

  • Hohe Anforderungen und Druck von Vorgesetzten, Kollegen oder Klienten.
  • Große Verantwortung ohne ausreichende eigene Entscheidungsfreiheit.
  • Wenig Mitsprache- und Partizipationsmöglichkeiten.
  • Unklare oder widersprüchliche Anweisungen durch Vorgesetzte oder die Administration.
  • Unzureichende Kommunikation zwischen Vorgesetzten, Kollegen etc.
  • Konflikte unter den Kollegen, “Mobbing”.
  • Ungenügende Ressourcen (Mitarbeiterzahl, Geldmittel etc.) für die anstehende Arbeitsaufgabe.

Innere Faktoren, die zu einem Burnout beitragen können, sind z.B.:

  • Idealistische Berufsziele, die so im aktuellen Arbeitsumfeld nicht erreicht werden können.
  • Hohe Erwartungen an die eigene Arbeitsleistung.
  • Probleme, eigene Bedürfnisse ausreichend wahrnehmen oder durchsetzen zu können.
  • Bewerten der eigenen Erfolge als etwas “Selbstverständliches” (“Das hätte doch jeder geschafft...”) und der eigenen Mißerfolge als etwas “Katastrophales” (“Ich darf keine Fehler machen...!”).

© Dr. Elze - PsychNet, Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.de

 

Literatur (Burnout-Syndrom: Einleitung)

Burisch M (2010). Das Burnout-Syndrom. 4. Auflage. Heidelberg: Springer.

Mehr zum Buch >>

Freudenberger HJ (1974). Staff Burn-Out. Journal of Social Issues 30(1): 159–165. Abstract >>

Freudenberger HJ, Richelson G (1980). Burn Out: The High Cost of High Achievement. What it is and how to survive it. Doubleday.

Maslach C (1976). Burned-out. Human Behaviour 5:16–22.

Maslach C, Jackson SE, Leiter M (1996). Maslach Burnout Inventory – Manual, 3rd Edition. Consulting Psychologists Press. Palo Alto CA.

Pines A, Maslach C (1978). Characteristics of staff burnout in mental health settings. Hosp Community Psychiatry 29(4):233-7. Abstract >>

Maslach C, Schaufeli WB, Leiter MP (2001). Job Burnout. Annual Review of Psychology 52: 397-422. Abstract >>
 

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Fachbücher zum Thema Burnout-Syndrom

          

 

Ratgeber für Patienten

              

 

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