Zwangsstörungen: Epidemiologie und Verlauf
Die Lebenszeitprävalenz der Zwangsstörung liegt bei ca. 2-3%, die Punktprävalenz bei ca. 1%. Die meisten Betroffenen (ca. 80%) leiden unter einer Kombination aus Zwangsgedanken und Zwangshandlungen. Nur ein geringer Anteil der Betroffenen hat ausschließlich Zwangsgedanken.
Die Zwangsstörungen entwickeln sich häufig bereits in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter. Männer und Frauen sind ungefähr gleich häufig betroffen. Die meisten Betroffenen erleben Schwankungen im Ausprägungsgrad ihrer Zwangssymptome, die oft in Zusammenhang mit dem Grad an Belastung in ihrer jeweiligen Lebenssituation stehen.
Zwangsstörungen haben eine hohe Komorbidität mit Depressionen. Dabei kommt es relativ häufig vor, dass die Betroffenen zunächst eine „reine“ Zwangsstörung hatten und sich durch die damit verbundenen Belastungen sekundär eine depressive Symptomatik entwickelt hat. Auch Angststörungen kommen häufig parallel zur Zwangssymptomatik vor.
Die Zwangsstörung korreliert bei ca. 10-15% der Betroffenen mit dem Vorliegen einer sogenannten Cluster-C-Persönlichkeit und dabei insbesondere mit dem Vorliegen einer selbstunsicheren, zwanghaften und/oder dependenten (abhängigen) Persönlichkeitsakzentuierung.
Ohne adäquate Behandlung ist der Verlauf der Zwangsstörung ungünstig, da eine sehr hohe Chronifizierungsneigung besteht.
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© Dr. Elze - PsychNet, Prien am Chiemsee / Rosenheim, www.Dr-Elze.de
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